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Melanie Unseld

Prof. Dr. Melanie Unseld
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Fakultät III
Institut für Musik
Ammerländer Heerstr. 114–118
D-26129 Oldenburg

melanie.unseld@
uni-oldenburg.de

Prof. Dr. Melanie Unseld

Ein zentraler Forschungsbereich von Melanie Unseld ist das Verhältnis von Biographie und Musikgeschichte sowie die für die Biographik relevanten textuellen und überlieferungsbedingten/historiographischen Gegebenheiten. Erinnerung und Vergessen als individueller und kollektiver Akt steht dabei im Mittelpunkt, wobei Fragen der historiographischen Wahrnehmung (bzw. Nichtwahrnehmung) mit Kriterien wie Nation und Geschlecht daran anknüpfen. In diesem Kontext ist am Institut für Musik der Universität Oldenburg der Forschungsbereich »Gendersensible Nachlassforschung« im Entstehen begriffen. Die Beobachtung, dass Musikgeschichte noch immer zu großen Teilen als Geschichte einzelner Persönlichkeiten wahrgenommen wird, verlangt in diesem Zusammenhang eine methodisch reflektierte Auseinandersetzung mit der Wahrnehmung des Künstlers/der Künstlerin, mit Fragen der Selbst- und Fremdwahrnehmung u.a.m. Andererseits zielt gerade auch die kulturgeschichtliche Perspektive darauf ab, den Fokus auf den Einzelkünstler (das »Genie«) zu verlassen und andere Bedeutungsebenen aufzusuchen, die musikkulturelles Handeln aus der Vergangenheit wahrnehmbar macht. Ziel des Forschungszusammenhangs ist es, die Historische Musikwissenschaft mit ihrem traditionell schwierigen Verhältnis zur Biographik interdisziplinär anschlussfähig zu machen, zumal der interdisziplinäre Kontext aktuell durch zahlreiche Impulse aus der Hirn- und Gedächtnisforschung, der Historiographie u.a. die Biographie-Forschung maßgeblich befördert.

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Letzte Aktualisierung: 20.11.2011