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Sandra Danielczyk

Sandra Danielczyk
Universität Osnabrück
Fach Musik / Musikwissenschaft
Neuer Graben / Schloss
D-49069 Osnabrück

Sandra Danielczyk

Die ‚Neue Frau’ in der Unterhaltungsmusik von 1900-1930. Analyse eines Konstrukts

Wo wir aber auftauchten, kurzröckig, kurzhaarig und schlankbeinig, fuhren die Männer der älteren Generation zusammen und fragten: ‚Was sind das für Geschöpfe?’ Wir antworteten: ‚Die neue Frau’.
Was Gabriele Tergit 1933 aus der Erinnerung notiert, ist ein in der Weimarer Republik geprägtes und bis heute abrufbares Bild der emanzipierten, das kulturelle Leben mitbestimmenden Frau. Dass dieser Typus nicht erst im Nachkriegsalltag virulent ist, sondern bereits im Vergnügungsdiskurs seit 1900 permanent aufgegriffen und verarbeitet wird, macht sich in zahlreichen bekannten Schlagern bemerkbar. In dieser Dissertation soll gefragt werden, inwiefern die Gattung Chanson und die Institutionen Kabarett und Operette im besonderen Maße das Bild der ‚Neuen Frau’ prägen bzw. auch produzieren konnten. Im Zusammenhang mit einer gendersensiblen Gattungsbestimmung steht auch das Vorhaben, zu zeigen, dass die ‚Neue Frau’ nicht nur als real gegebenes, nicht hinterfragtes Phänomen verstanden werden kann, sondern dass es vielmehr Ergebnis männlichen und weiblichen kulturellen Aushandelns ist. Die kulturellen Wirkungsmöglichkeiten der Frau wurden in der musikwissenschaftlichen Forschungsliteratur bisher weitestgehend auf das Handeln von Interpretinnen beschränkt. Anhand der Chansonschaffenden Käte Freifrau von Broich, Käthe Hyan, Ruth Feiner und Hilde Loewe-Flatter sollen Handlungsfelder, die von einer Vernetzung der Rollen Komponistin, Texterin und Interpretin bestimmt sind, untersucht werden. Welchen Einfluss haben solche Handlungsfelder und -möglichkeiten auf das Konstrukt ‚Neue Frau’ aus einem weiblichen Blick heraus? Diese Frage soll anhand einer Analyse von weitestgehend vergessenen Chansons der genannten modernen Frauen beantwortet werden.

Curriculum Vitae

Geboren 1984. Von Oktober 2004 bis September 2009 Studium der Musik und Germanistik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Bachelor of Arts im September 2007 mit einer Arbeit zum Frauenbild in der Unterhaltungskultur der Weimarer Republik. Im September 2009 Master of Education in den Fächern Musik und Deutsch und Master of Arts in Germanistik mit einer Arbeit zum Thema „Gender und Erinnerung in der Metafiktionalität ausgewählter historischer Gegenwartsromane“. Von September 2008 bis September 2009 Tätigkeit als studentische Hilfskraft an den Instituten für Musik und Germanistik der Universität Oldenburg. 2008/09 Stipendium der Fakultät III ebenda. Seit Oktober 2009 Stipendiatin im Strukturierten Promotionsprogramm ›Erinnerung – Wahrnehmung – Bedeutung. Musikwissenschaft als Geisteswissenschaft‹ an der Universität Osnabrück (bei Prof. Dr. Dietrich Helms). Langjährige Tätigkeit als Instrumentallehrerin.

Publikationen

„‚Was will sie? Was hat sie? Was kann sie? – Wer weiß?‘ Die Neue Frau im Chanson: Margo Lion und Die Linie der Mode“, in: Gregor Ackermann und Walter Delabar (Hrsg.): JUNI-Magazin für Literatur und Kultur, Heft Nr. 45/46, Bielefeld: Aisthesis 2011, S. 199–212.

Einträge für das Lexikon Musik und Gender, hrsg. von Annette Kreutziger-Herr und Melanie Unseld, Kassel und Stuttgart: Bärenreiter/Metzler 2010:

  • Eleonore von Aquitanien
  • Barbara Heller
  • Karin Rehnqvist
  • Nancy van de Vate
  • Musical

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Letzte Aktualisierung: 20.11.2011